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American Football Artikel
American Football (Charlotte 2002)
Vor allem in den Vereinigten Staaten außerordentlich populär, ist American Football eine Sportart, bei der zwei Mannschaften mit je elf Spielern versuchen, einen Spielball über die gegnerische Grundlinie zu bringen. American Football entwickelte sich, wie auch Australian Football (oder Aussie Rules) aus dem Rugby. Varianten sind Canadian Football und Arena Football, die sich kleinfügig in Regeln und Spielfeldgröße unterscheiden.
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Absicht des Spieles ist es, den ovalen Ball (der die Form eines verlängerten Rotationsellipsoids hat) hinter die Grundlinie (Endzone) des Gegners zu tragen (Touchdown, sechs Punkte) oder per Kick durch die Torstangen zu schießen (Field goal , drei Punkte). Nach einem Touchdown hat die angreifende Mannschaft zudem die Möglichkeit, den Spielstand relativ sicher durch einen PAT (point after touchdown, das Kicken des Ballesins Tor) um eins zu erhöhen. Ebenso können sich die Mannschaften für eine 2 point conversion, einen erneuten Touchdown von der 3-yard-Linie, entscheiden. Wie der Name andeutet, gibt es für einen erfolgreichen Versuch zwei Punkte, ist jedoch mit einem erheblich höheren Risiko verbunden.
Eine der Mannschaften hat den Ball und befindet sich in dem Angriff (Offense). Sie muss versuchen, durch Passspiel oder durch Laufen Raum zu erobern. Wird ein Pass nicht gefangen, ein balltragender Läufer zu Boden oder der Ball in das Aus gebracht, pfeift der Schiedsrichter den Spielzug ab. Die Mannschaften stellen sich auf Ballhöhe neu auf und die Mannschaft in der Offensive kann einen neuen Versuch (Down) starten. Ihr stehen dabei jeweils vier Versuche zur Verfügung, um mindestens zehn yards Raumgewinn und damit einen erneuten ersten Versuch (First down) zu erzielen. Schafft sie dieses nicht, muss sie den Ball abgeben und die andere Mannschaft kommt in die Offensive. In dem vierten Versuch wird darum meist durch einen punt der Ball möglichst weit weg gekickt, damit der Gegner den Ball in einer möglichst schlechten Position übernehmen muss.
Die andere Mannschaft befindet sich in der Verteidigung (Defense). Sie versucht den Spieler mit dem Ball zu stoppen oder den Ball zu erobern. Eine Eroberung kann auf zweierlei Arten erfolgen: (a) wenn der Ballträger den Ball verliert, bevor der Spielzug beendet ist, und ihn ein Verteidiger zu fassen bekommt (Fumble) oder (b) wenn ein Verteidiger den geworfenen Ball in der Luft abfängt (Interception). Der so eroberte Ball kann vom Verteidiger in Richtung der gegnerischen Endzone getragen werden. Der Verteidiger wird somit zu dem Angreifer. Gelingt es der Defense, die Offense in deren eigener Endzone zu stoppen, spricht man von einem safety (zwei Punkte für die Verteidigung und anschließender Ballbesitz).
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Die Spieler in dem American Football sind üblicherweise Spezialisten für ihre Position. Da bei jedem Spielzug ausgewechselt werden darf, können stets die für den geplanten Spielzug geeignetsten Spieler eingesetzt werden.
Wenn eine Spielergruppe längere Zeit erfolgreich zusammenspielt bekommt sie auch häufig Fan-Namen wie
Der Quarterback (QB) ist die zentrale Position in der Offensive. Er ist der Spielmacher und erhält zu Beginn eines Spielzuges den Ball von seinem Center (C), der vor ihm steht. Der Quarterback hat die Aufgabe, den vom Trainer (Headcoach) geplanten Spielzug umzusetzen und notfalls, in Reaktion auf die Spielsituation, anzupassen. Üblicherweise übergibt er den Ball dann an einen Ballträger oder wirft ihn zu einem Passempfänger.
Vor dem Quarterback stehen die Offensive Linemen (OL). Diese üblicherweise sehr großen und schweren Spieler haben die Aufgabe, den Quarterback vor den Verteidigern zu schützen und, bei Laufspielzügen, den Weg für den Ballträger freizublocken.
Die Ballträger selber werden Runningback (RB) genannt. Gelegentlich unterscheidet man noch einen Fullback (FB), der weniger wendig, dafür aber schwerer und kräftiger als der typische Runningback ist und in Situationen eingesetzt wird, in denen ca. wenige yards Raumgewinn erzielt werden müssen. Außerdem gibt es noch verschieden Varianten des RB wie den Wingback oder den H-Back, unter anderem eingesetzt in der "Single Back Double Tight End Formation" des 3-fach Super Bowl-Coach Joe Gibbs (Washington Redskins).
Bei einem Passspielzug wird der Ball vom Quarterback zu einem Widereceiver (WR) geworfen, der aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit sehr schnell und weitins gegnerische Territorium vordringen kann.
Ein weiterer, häufig anzutreffender Spieler ist der Tight End (TE). Er ist ein Allroundspieler, der je nach Situation blockt wie ein Offensive Lineman, den Ball fängt wie ein Widereceiver oder (seltener) auch läuft wie ein Runningback.
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Der Offensive Line direkt gegenüber stehen die Defensive Linemen (DL), die auch eine vergleichbare Statur haben. Sie sollen versuchen, die Lücken zu schließen, die für den gegnerischen Runningback geblockt werden sollen. Auch den Weg zu dem Quarterback freizumachen, damit dieser vor der Ballabgabe zu Boden gebracht werden kann, gehört zu ihren Aufgaben. Gelingt dies, spricht man von einem (Quarterback-) Sack. Die meisten Sacks hat zurzeit (2004) Bruce Smith (Washington Redskins), der seine Karriere 2004 beendete.
Die Linebacker (LB) stehen dicht hinter der Defensive Line. Sie müssen einen durchgebrochenen Runningback stoppen oder Jagd auf den Quarterback machen - bei Spielzügen mit vier oder fünf Receivern müssen die LB's allerdings auch so wendig sein, dass sie die Receiver covern (decken) können und die Offense aus diesem "Mismatch" nicht zu viele Vorteile ziehen kann.
Die letzte Verteidigungsreihe bilden die Defensive Backs (DB), die sich in die Safeties (S) und Cornerbacks (CB) unterteilen. Sie verteidigen hauptsächlich gegen ein gegnerisches Passspiel, sind aber auch die letzte Bastion, wenn es den vorderen Reihen nicht gelungen ist, einen Angreifer zu stoppen.
Damit die Defense nicht unkontrolliert herumläuft, gibt es hier (wie auch in der Offense) sehr exakt vorausgeplante Spielzüge, die von dem Defensive Coordinator und dem Headcoach während des Spieles angesagt werden, um auf die Offense zu reagieren.
Die verbreitetsten Aufstellungen in der Defense, sind die 4-3 und die 3-4 Defense.
Bei der 4-3 Defense befinden sich vier Spieler in der Defensive Line, drei Linebacker dahinter, sowie je zwei Cornerbacks und Safeties auf dem Feld.
Bei der etwas flexibleren 3-4 Defense benötigt man drei starke Männer in der DL, da sie ja den vierten Mann ersetzen müssen, allerdings kann man durch die vier Linebacker leichter einen Blitz (Angriff auf den gegnerischen QB) durchführen und den Gegner damit unter Druck setzen.
Des weiteren gibt es noch viele andere Varianten der Defense, die allerdings nicht sehr häufig gespielt werden oder in dem Spiel ca. bei einem erwarteten Passspiel angesagt werden. (4-6, Nickel, Dime)
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Die Special Teams treten ca. in besonderen Spielsituationen an, insbesondere wenn eine Mannschaft durch den Kicker (K) ein fieldgoal versucht oder punten will, was der Punter (P) übernimmt.
Die Wertigkeit der Special Teams ist in den letzten Jahren enorm gestiegen, unter anderem haben die OAKLAND RAIDERS 1999 ihren first round draft Pick für einen Kicker benutzt (Sebastian Janikowski). Auch die Special Teams Coaches haben stets Einfluss (auch auf Personalentscheidungen) - so holten sich beispielsweise die Washington Redskins 2003 Chad Morton als Punt/Kick Returner oder zahlten 2004 gutes Geld für einen Edel-Punter (Tom Tupa).
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Vereinigte Staaten Amerika | |
Wie der Name schon andeutet, ist American Football vor allem in Nordamerika verbreitet. In den Vereinigte Staaten Amerika gilt es seit circa den 1950er Jahren als die größte Sportart überhaupt (vorher dominierte Baseball). Praktisch jede High School und jedes College besitzt ein Team, auf unterschiedlich hohem Leistungsniveau, in verschiedenen Ligen innerhalb der NCAA organisiert. Die mehreren hundert Mannschaften in den oberen Ligen des College-Football spielen jeden Herbst etwa zwölf Spiele innerhalb ihrer jeweiligen Gruppe. Die besten Teams werden zu den Bowl-Spielen an Neujahr eingeladen, etwa zur Rose Bowl in Pasadena. Dieses Spiel hat eine 100jährige Tradition.
Die bekannteste nordamerikanische Profiliga ist die National Football League (NFL), die erst seit 1926 existiert, mithin erst Jahrzehnte nachdem College Football entstand. Das Finale der NFL, der so genannte Super Bowl, ist das populärste Sportevent der Vereinigte Staaten Amerika. Hier treten die Champions der beiden NFL-Teile NFC und AFC gegeneinander an. Diese Tradition begann 1967, als die NFL und die Konkurrenzliga AFL als Vorbereitung einer Fusion ihre Champions gegeneinander spielen ließen. Daneben gab und gibt es stets wieder Konkurrenzligen, etwa die USFL oder die XFL.
Buch-Tipp: Die Football Grounds von England & Wales Fußballreisetipps für Inselfans - gelungen! Der Autor ist auf den britischen Inseln bekannter als hierzulande, veröffentlicht er dort doch schon seit Jahren Stadionführer. Dem auf britische Literatur spezialisierten Verlag Trolsen Communicate aus Hamburg ist es nun zu verdanken, dass Adams reichbebilderter und kompetenter Guide über die Insel-Grounds... |
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Im Gegensatz zu den Vereinigte Staaten Amerika, wo traditionell ca. von August bis Januar Football gespielt wird (auch unter widrigsten Witterungsbedingungen), wird in Europa von Frühjahr bis Frühherbst gespielt.
In Deutschland wurden Ende der 1970er Jahre die ersten Vereinsmannschaften in Düsseldorf und Frankfurt gegründet, wobei hier stationierte US-Amerikaner als Spieler und Trainer mitgewirkt haben.
Die höchste reguläre Liga in Deutschland ist die German Football League (GFL). Das Finale der GFL ist der German Bowl.
Seit den 1980ern werden Europa-Meisterschaften und der Euro Bowl ausgetragen.
Die amtierende Nummer 1 unter den europäischen Vereinen sind die Chrysler Vienna Vikings.
Mit einer größeren Popularität und TV-Übertragungen spielt die NFL Europe, die von der NFL organisiert und finanziert wird. Die Spieler sind meist NFL-Reservespieler oder ehrgeizige Ex-College-Spieler, die sich für höhere Aufgaben in der NFL empfehlen möchten. Einigen gelang es dank der Spielpraxis in Europa, den Superbowl zu gewinnen. Zudem sind einige europäische Spieler in dem Team, um die Publikumsbindung zu erhöhen. Vier der derzeit sechs Teams der NFL Europe spielen in Deutschland: Frankfurt Galaxy, Rhein Fire (Düsseldorf), Berlin Thunder sowie die für 2004 neuen Cologne Centurions (Köln). Die beiden anderen Teams sind: Amsterdam Admirals und die Scottish Claymores (Glasgow).Siehe auch: Portal Sport/American Football
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